Ambulantes Hospiz Kinder und Jugendliche

Wegbegleitung für Kinder und Jugendliche

Für Kinder und Jugendliche, ihre Familien und Freunde verändert die Diagnose einer unheilbaren Krankheit das bisherige Leben von Grund auf. Die jetzt begrenzte gemeinsame Zeit ist einerseits ungemein kostbar für alle – andererseits sind Untersuchungen, Behandlungen und Pflege mitunter eine Zerreißprobe. Die Familien kennen alle Gefühle von Angst bis Freude, Ohnmacht und Hoffnung, Verzweiflung und Bangen, Wut und Liebe.

In vielen Sterbeprozessen sind Kinder und Jugendliche mit betroffen. Vor allem, wenn ein Elternteil oder ein Geschwisterkind lebensverkürzend erkrankt ist oder stirbt, brauchen sie ganz besondere Aufmerksamkeit und Zuwendung. Sie müssen wie die Erwachsenen lernen, den Abschied zu gestalten und diesen mit ihren ganz persönlichen Fähigkeiten und Ressourcen zu bewältigen.

Unterstützung durch den Kinder- und Jugendhospizdienst

Eine gute Beratung betroffener Familie ist eine wichtige Voraussetzung, um Zeiten der Krankheit und des Sterbens miteinander gestalten zu können. Neben den hauptamtlichen Mitarbeiterinnen des Ambulanten Hospiz für Kinder und Jugendliche sind es besonders geschulte ehrenamtliche Hospiz­begleiterinnen und -begleiter, die sterbende Kinder und Jugendliche wie ihre Eltern, Geschwister, Freunde und Angehörige in dieser Zeit begleiten, um sie zu entlasten, zu stärken und zu unterstützen.

Stark im Team

Das ambulante Hospiz Kinder und Jugendliche ist eine Kooperation von Hospiz St. Martin und dem Malteser Hilfsdienst.

 

Trauergruppen und Trauerangebote

Begleitung durch qualifizierte Hospizbegleiterinnen und Hospizbegleiter für Kinder und Jugendliche hat viele Gesichter - gemeinsam haben sie das Anliegen, Familien, Kindern und Jugendlichen in dieser Lebenskrise mit Krankheit und Abschied Zeit zu schenken. Ob Basteln, ein Ausflug, Eis essen, Gespräch oder Schweigen das ist, was dran ist - wichtig ist uns, auf dem Weg zu begleiten, zu entlasten und zu stärken.

Oft machen wir die Erfahrung, dass Dinge leichter auszuhalten sind, wenn man sich damit nicht auch noch allein auf der Welt fühlt. Abschiednehmende und trauernde Kinder und Jugendliche machen aber oft die Erfahrung, dass das, was sie gerade erleben, sich sehr weit weg anfühlt von dem, was ihre Freundinnen und Freunde in Schule und Freizeit als "normal" erleben. Darum ist es oft entlastend, sich mit anderen verbunden zu fühlen, die genauso auf der Suche sind, wie man in dieses Neue hineinwachsen kann. So entsteht Zusammengehörigkeit, in der auch schwere Erlebnisse Platz finden. Denn wenn ein Kind oder Elternteil erkrankt, müssen sich Kinder und Jugendliche mit schmerzlichen Veränderungen auseinandersetzen: Sie verlieren nicht nur das Geschwisterkind oder Elternteil – sie verlieren ihre bisherige Ordnung und Rolle in der Familie, ihr Zuhause verändert sich stark, sie verlieren zumindest zeitweise einen Teil der Aufmerksamkeit und Fürsorge der Familie. Eigene Gefühle, Trauer und Fragen gehen da leicht unter. Darum gibt es in den Gruppen für abschiednehmende und trauernde Gruppen ein ganzes Angebotsspektrum, das abschiednehmende Kinder und Jugendliche im Zeitraum von Krankheit, Sterben, Tod und Trauer in den Blick nimmt, sie begleitet und ihnen Räume eröffnet, sich selbst zum Ausdruck zu bringen und in der Gemeinschaft mit anderen Kraft und Mut zu schöpfen.

Zirkus Martinelli

Im Zirkus Martinelli können Kinder mit gleichaltrigen, ebenfalls betroffenen Kindern im gemeinsamen Tun Gemeinschaft und Stärkung erfahren, ohne die eigenen Ängste und Traurigkeiten explizit thematisieren zu müssen. Sie erproben im artistischen Tun eigene Stärken, lernen sich gegenseitig zu tragen, aufeinander zu bauen und sich fallen zu lassen. 

Stein und Feder-Erlebnistage

Stein-schwer und Feder-leicht liegt nahe zusammen, wenn Krankheit, Sterben und Tod Familien herausfordert. Kinder und Jugendliche können an diesen Tagen im geschützten Rahmen diese scheinbar gegensätzlichen Gefühlswelten durch Gestalten, Entdecken und Unterwegs-Sein Raum geben.

Familienerlebnistag im Bregenzer Wald

Die „Fliegenden Helden“ schenken abschiednehmenden und trauernden Familien eine besondere Erfahrung: Gemeinsam verbringen wir einen Tag am Berg in der tollen Landschaft des Bregenzer Waldes, wo wir einen Gleitschirmflug hautnah miterleben dürfen. Dieser steht für das Erleben einer neuen Leichtigkeit: zwischen Himmel und Erde schwebend mit unseren Lebensgeschichten, Gedanken, Sorgen, Wünschen, Hoffnungen.

Mehr Informationen zu Anmeldung, Zeiten und Orten finden Sie im Veranstaltungskalender

So verschieden die Kinder und Jugendlichen auf ihrem Weg durch Abschied und Trauer sind, so unterschiedlich ist auch das Angebot, das wir nach ihren Bedürfnissen zusammenstellen: neben der ambulanten Unterstützung durch Hospizbegleiterinnen und -begleiter, Gruppen für abschiednehmende und trauernde Kinder gibt es auch das Angebot der Einzelbegleitung für Kinder und Jugendliche. Ein besonderes Angebot für schwerkranke Kinder und Jugendliche, aber auch ihre Geschwister, ist die kunsttherapeutische Einzelbegleitung bei Kunsttherapeutin und Trauerbegleiterin Barbara Hummler-Antoni.

Wann immer ein Kind oder ein Jugendlicher dem Sterben und dem Tod in seinem eigenen Umfeld begegnet, kann dies vor allem bei Eltern der betroffenen Familien zu einer großen Verunsicherung führen: Was kann ich tun? Was soll ich tun? Was darf ich tun?

Diese Familien finden bei uns ein umfassendes Beratungsangebot.


Eltern, Erzieherinnen und Erzieher, Schule, Seelsorge, Verwandte, Freunde der Familie, Nachbarn ... - wer auch immer sich Gedanken macht und jemand für ein Informations- und Beratungsgespräch sucht, kann bei uns anrufen: Wir hören zu und beraten Sie aus unserer Erfahrung und unserem Wissen über abschiednehmende und trauernde Kinder. Ebenso vermitteln wir auch an andere Hilfestellen in der Region, mit denen wir gut vernetzt sind.

Auf Wunsch beraten wir auch gerne vor Ort Teams, die Fragen haben, zum Beispiel in Schulen, Kindertageseinrichtungen, Freizeitangeboten.

Sterben, Tod und Trauer begegnet uns im familiären Kontext, es ist aber auch Thema des Lehrplans oder kann in Jugend- und Firmgruppen als Thema gewählt werden. Für Lehrer:innen, Erzieher:innen und andere Multiplikator:innen bieten wir Workshops und Seminare an, sich über verschiedene Methoden und Materialien zu informieren, mit denen sie altersspezifisch diese Themen aufbereiten können.

Interessierte Schulklassen und Jugendgruppen können im Rahmen des Unterrichts oder besonderer Projekte das Hospiz besuchen. Wir bieten ihnen an, den Besuch zum Anlass zu nehmen, auch inhaltlich zu einem Thema aus dem Bereich "Krankheit, Sterben, Tod und Trauer" zu arbeiten.

Hospizbegleitungen für Kinder und Jugendliche

Judith Rubröder und Stefanie Schlosser
Beratung und Koordination

Jahnstr. 44-46, 70597 Stuttgart

Tel.: 0711 65 29 076-2
E-Mail: hospiz@hospiz-st-martin.de

Kunsttherapie und Trauerbegleitung

Barbara Hummler-Antoni
Beratung und Koordination

Jahnstr. 44-46, 70597 Stuttgart

Tel.: 0711 65 29 07-69
E-Mail: barbarahummler-antoni@hospiz-st-martin.de

Wir sind für Sie da!

 0711 65 29 07-0