Die Darbietungen der 21jährigen Pianistin, Sopranistin, Organistin und Gitarristin standen unter dem Tenor 'Liebe', angefangen bei der 'Agape', der selbstlosen Liebe. Als Beispiel dafür hatte das junge Multitalent ein bekanntes Präludium in C-Dur von Johann Sebastian Bach ausgewählt. 'Weich wie Samt' umschmeichelte diese von Bach‘s tiefer Zuwendung zu Gott durchdrungene Musik eine andächtig lauschende Zuhörerschar.
Weiter ging es zur Kaffeestunde „auf Station“ mit romantischer, sehnsuchtsvoller, auch verführerischer Liebe. Mit Edvard Griegs 'Die verschwiegene Nachtigall' und Joseph Hayds 'Mermaid' interpretierte Natasha Harper meisterhaft, was die beiden Komponisten musikalisch unter 'Eros' verstehen. Haydn kam außerdem noch mit „She never told her love“ zu Gehör als musikalische Impression für eine Liebe, die nur freundschaftlich ist oder sein darf.
Natasha Harpers nuancenreicher Sopran reichte sich bei allen Stücken raumfüllend die Hand mit ihrer ausdrucksstarken Expertise auf dem Klavier. Ihre Ausbildung an diesem Instrument begann die lebhafte, junge Frau bereits mit fünf Jahren. Schritt für Schritt entwickelte sich das bei zahlreichen, internationalen Wettbewerben auch ausgezeichnete Können, an dem sie uns alle teilhaben ließ.
Die 'Träumerei' von Robert Schumann entführte uns klanglich in die Welt der Elternliebe. Schumann wusste, wie man Kinder - und nicht nur diese - mit Musik auf wohltuende Weise zur Ruhe bringt. Mit Elvis Presleys 'Can't help falling in love' für Gesang und Gitarre und dem 'Can you feel the love' von Elton John für Klavier und Gesang zeigte die Künstlerin einmal mehr ihre musikalische Bandbreite. Und sie zeigte mit ihrem gesamten Repertoire ebenfalls, wie leicht das Thema „Liebe“ eine Brücke zwischen Klassik und Moderne baut, einfach, weil es zeitlos ist.
Renate Hofmann-Krämer und Thomas Krämer begleiteten Natasha Harper zu ihrem Konzert. Das Ehepaar engagiert sich ehrenamtlich als Betreuer von Stipendiatinnen und Stipendiaten des Vereins Live Music Now Stuttgart e.V. Ausnahme-Talente wie Natasha Harper erhalten nach einer entsprechenden Prüfung eine dreijährige Förderung auf ihrem Weg zu Berufsmusiker:innen.
Mit „Thank you for the Music“ interpretierte die Künstlerin zum Abschluss einen Hit von Abba, gut zum Mitsingen. Von Herzen sagen wir „Thank you“ für D e i n e Musik, liebe Natasha und „Danke“ an den Verein Live Music Now Stuttgart e.V. Dieser Verein, den Yehudi Menuhin in 70er-Jahren gründete, bringt auch in Stuttgart Musik an Orte, an denen Menschen nicht oder nicht mehr an öffentlichen, kulturellen Events teilhaben können. Dazu gehören Hospize, Kindertagesstätten, Einrichtungen für Senior:innen und Justizvollzugsanstalten.
Mit Natasha Harper, aufgewachsen in Amerika und Belarus, kam das Hospiz St. Martin nun zum 6. Mal in den Genuss einer hochkarätigen Darbietung von Studierenden der Stuttgarter Hochschule für Musik und Darstellende Kunst. Ihr Auftritt wird uns als „Liebe-voll“ in sehr guter Erinnerung bleiben.
Weitere Infos zum spendenfinanzierten Verein: www.livemusicnow-stuttgart.de