Qualifizierung als Grundlage

Auf dem Weg ins Ehrenamt der Sterbebegleitung

Seit Ende Februar nehmen 16 Erwachsene an einem Qualifizierungskurs zur Sterbebegleitung im Ambulanten Hospiz Erwachsene (AHE) teil. Die elf Frauen und fünf Männer zwischen 38 und 70 Jahren hatten sich zuvor im Hospiz St. Martin eingehend über das Ehrenamt informiert und sich anschließend zur Kursteilnahme entschlossen. Nach erfolgreichem Abschluss werden die Kursteilnehmenden ab Mitte November 2026 für ihre neue ehrenamtliche Tätigkeit vom AHE offiziell beauftragt. Ihre Einsatzorte sind zukünftig sowohl das Stationäre Hospiz Erwachsene, als auch Pflegeheime und der private Bereich von Menschen mit begrenzter Lebenserwartung.

Zwischen dem Anfang und dem Ende der Qualifizierung liegen rund 100 Stunden Theorie zum Thema Sterben, Abschied nehmen, Tod und Trauer, mit denen sich die Teilnehmenden auseinandersetzen. Fachspezifische Inhalte sind zum Beispiel die „Sterbephasen“ nach Elisabeth Kübler-Ross, die „Dynamik von Familiensystemen",  die "systemische Begleitung“ oder der „Umgang mit Verstorbenen“.  Ebenso vermitteln die fachlich geschulten Koordinatorinnen des AHE Wissenswertes zu den Strukturen und verschiedenen Arbeitsfeldern im Hospiz St. Martin. Sie benennen ferner wesentliche Aspekte von Palliative Care und sie geben einen Einblick in das hospizliche und palliative Netzwerk im Raum Stuttgart. Nicht zuletzt vermittelt die Qualifizierung, die vorwiegend abends und an drei Wochenenden stattfindet, Einblicke in die Praxis der stationären und der ambulanten Pflege. 

Das Team vom Ambulanten Hospiz Erwachsene führt somit Schritt für Schritt an die ehrenamtliche Begleitung sterbender Erwachsener heran. Ein wesentlicher Aspekt dabei ist, dass die Teilnehmenden vielfältige Möglichkeiten der Reflektion und des Austausches untereinander bekommen. „Der Kurs ist als Weg mit sich selbst und mit den anderen zu verstehen“, sagt Eva Kramer-Well, die Leitung des Ambulanten Hospiz Erwachsener. „Es geht uns deshalb neben der Vermittlung von Fachwissen insbesondere auch um den offenen, vertrauensvollen Austausch über die eigene Biografie und deren einschneidende und prägende Erfahrungen“. „Dass alles vertraulich und verschwiegen behandelt wird, ist garantiert“, so Eva Kramer-Well. 

 

 

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